WATAIN + DEGIAL + VENENUM

WATAIN_3Nachdem die letzte WATAIN-Tour 2013 abgesagt worden ist, holen die Schweden diese nach, im Rahmen der De Profundis European Tour 2014, diesmal mit Unterstützung von VENENUM und DEGIAL, geplant sind 26 Shows in nur 30 Tagen, quer durch Europa.

Der Anfang ist zwar für 20 Uhr angekündigt worden, leider fangen VENENUM bereits eine gute halbe Stunde früher an. Schade – sehr schade, somit verpassen viele diese wirklich großartige Band. Nicht ohne Grund gelten VENENUM als eine der besten Underground-Death-Metal-Bands. Musikalisch im Bereich von Blackened Death einzuordnen, sind die vier Herren eine große Überraschung des Abends: sehr atmosphärisch, dunkel und düster, geniale Riffs und Melodien, abwechslungsreiche Tempowechsel. VENENUM lassen Klangbilder entstehen bei denen man sofort an Horrorgeschichten von H.P. Lovecraft denken muss, von dem sie sich auch, wie sie zugeben, inspirieren lassen. Die Bühne wird in dichten Nebel und dunkles, grünes Licht getaucht, ohne Ansagen, fast regungslos brettern VENENUM ihr Set runter, keine Showeinlagen – das haben die Herren auch nicht wirklich nötig, so aussagekräftig ist ihre Musik. Die Band gibt es bereits seit 2008, bis dato haben sie zwar nur eine, dafür aber äußerst gelungene EP draußen (die mittlerweile auch schon drei Jahre alt ist). Es bleibt zu hoffen, dass VENENUM uns bald mit einem vollständigen Studioalbum erfreuen.

Fotogallerie VENENUM

VENENUM_8

Als nächstes stehen DEGIAL aus dem schwedischen Uppsala auf der Bühne. Die Band wurde 2004 gegründet, die vier spielen einen rasenden, aggressiven Death Metal und schreddern sich durch ihr Set, welches hauptsächlich aus Stücken von „Death Striking Wings“ von 2012 besteht. Das Cover des Albums wurde übrigens von WATAIN-Frontmann Erik Danielson gestaltet. Die Publikumsreihen haben sich deutlich gefüllt, und einige wärmen sich schon für WATAIN auf, indem sie ihre Nackenmuskulatur ein wenig vorbereiten: fleißiges Haareschütteln in der ersten Reihe. Die brutalen Riffs von DEGIAL kommen gut an und machen Appetit auf mehr. Hier und da wünscht man sich ein wenig mehr Abwechslung bei den Herren, aber im Großen und Ganzen ein guter, solider Auftritt.

Setlist:
1. Transgression
2. Swarming
3. Serpent’s Tide
4. Chaos Chant
5. Death’s Striking Wings
6. Eye Of Burial Tempest
7. Anubis
8. Temple In Whirling Darkness

DEGIAL_1

Mittlerweile ist die Halle des Backstage proppenvoll, somit werden WATAIN gebührend empfangen, als der Vorhang nach der halbstündigen Umbaupause endlich zur Seite gezogen wird. Diesmal werden unsere Geruchsnerven verschont, nur der zarte Duft von Räucherstäbchen weht von der Bühne, keine Verwesung. Tierschädel sind zwar vorhanden aber diesmal sehen sie sauber abgenagt aus, und wie immer bei WATAIN erinnert der Bühnenaufbau eher an ein Theaterstück als ein Black Metal-Konzert. Brennende Dreizacken links und rechts, Paravant-Wände mit allerlei okkulter Symbolik geschmückt, in der Mitte der Bühne thront das Podest mit den Drums, direkt davor wurde eine Art Altar aufgebaut, mit diversen obskuren Devotionalien wie Schalen, Kelche, Rauchschalen, Gläser mit dubiosem Inhalt usw.

WATAIN_5

Fotogallerie WATAIN

Zu den Klängen von ‘Night Vision’, begleitet von Feuer und Nebelschwaden, erscheinen Erik Danielson und seine Männer auf der Bühne, und fast sofort bricht im Publikum die Hölle los, es ist ein Ding der Unmöglichkeit, einen ergatterten Platz zu verlassen. Herr Danielson versteht es gekonnt, die Zuschauer in seinen Bahn zu ziehen, und beansprucht sofort die ganze Bühne für sich. Zwischendurch wirkt er wie ein Besessener: Das Gesicht zu einer Fratze verzehrt, verharrt er für Minuten mit nach oben verdrehten Augen (nur noch das Weiß ist zu sehen), oder er verrenkt sich, ein diabolisches Grinsen im Gesicht – ein wenig irre ist es schon, aber auch auf jeden Fall gut, und es passt hervorragend zu dem Konzept der Show.
Gespielt werden viele Stücke vom aktuellen WATAIN-Album „The Wild Hunt“, aber auch die Klassiker wie ‘Malefeitor’ oder ‘Sworn To The Dark’ kommen nicht zu kurz. Während der Show rennt Erik immer wieder zu dem aufgebauten Altar , an dem er okkulte Beschwörungsformeln murmelt: Mal hebt er einen mit Blut gefüllten Kelch, mit theatralischen Gesten wird das tobende Publikum mit Blut gesegnet, ein anderes Mal können wir erkennen, wie die Asche der Räucherstäbchen in ein dafür vorbereitetes Gefäß befördert wird (auch hier wieder mit sehr ausladenden Gesten). Als sich die Show ihrem Ende nähert, erkennen wir, dass Erik auf dem Rücken ein paar zerfetze Flügel eines Raben trägt, als er den Rücken zum Publikum dreht, um die schwarzen Kerzen auszumachen. Eine wirklich sehenswerte, mitreißende Show. Die Zuschauer sind definitiv absolut hingerissen, zwischendurch kocht es regelrecht in den ersten Reihen, und WATAIN haben definitiv nichts von ihrer Kraft eingebüßt – bis auf den bestialischen Geruch, dem mit Sicherheit niemand wirklich nachtrauert.

Setlist:

1. Night Vision
2. De Profundis
3. Malefeitor
4. Black Flames March
5. Puzzles Of Flesh
6. Devils Blood
7. Sleepless Evil
8. Legions Of The Black Light
9. Total Funeral
10. The Wild Hunt
11. Outlaw
12. Sworn To
The Dark
13. Holocaust Dawn
14. Waters Of Ain

Geschrieben für LEGACY Online, Text/Fotos Alex C. www.photophobia.eu

Watain- Venenum- Degial Live Bericht LEGACY Online

DEGIAL_2

Comments are closed.